Was ist das Besondere an Vitamin K2 MK-7?
Vitamin K2 in Form von Menachinon-7 (MK-7) weist im Vergleich zu Vitamin K1 und anderen Vitamin-K2-Formen (z.B. MK-4) eine außergewöhnlich hohe Bioverfügbarkeit auf und wird vom Körper optimal aufgenommen. Es hat zudem eine deutlich längere Halbwertszeit, so dass sich nach 3 Tagen noch etwa die Hälfte davon im Blut befindet (Schurgers et al., 2007). Vitamin K1 hat dagegen eine sehr kurze Halbwertszeit von nur 1–2 Stunden.
Herstellung von Vitamin K2 MK-7
Bei der Herstellung von Vitamin K2 MK-7 gibt es zwei Ansätze:
a) die Fermentation mit Bacillus subtilis natto, Bacillus licheniformis oder genetisch veränderten Mikroorganismen
b) die Gewinnung durch organische Synthese
Vitamin K2 MK-7 aus Fermentation
Die Vitamin-K2-Gewinnung durch Fermentation wird von den jeweiligen Herstellerfirmen oft als „natürlich“ bezeichnet. Der Begriff „natürlich“ wird hierbei jedoch stark strapaziert. Selbst wenn der Fermentationsprozess an sich als natürlich bezeichnet werden kann, so ist die anschließende aufwendige Isolierung des gebildeten Vitamin K2 nur mit Lösungsmitteln (wie Hexan, Ethanol, Isopropanol, Methanol und Aceton) möglich und alles andere als ein natürlicher Vorgang.
Bei der Fermentation werden neben MK-7 auch andere Vitamin-K2-Formen in variablen Mengen gebildet (MK-4 bis MK-6). Außerdem kommt es auch zur Bildung der biologisch wenig aktiven bis inaktiven cis-Form von MK-7 – je nach Fermentationsprozess in kleineren oder größeren Anteilen.
Vitamin K2 MK-7 aus organischer Synthese
Bei der organischen Synthese wird ausschließlich die biologisch aktive trans-Form von MK-7 gebildet. Das Vitamin K2 MK-7 weist eine besonders hohe Reinheit von nahezu 100 % trans MK-7 auf (all-trans MK-7) und bietet somit eine optimale Wirksamkeit.
Die Ausgangsstoffe der organischen Synthese sind Menadion, eine Vitamin-K-Form, Essigsäure, Geraniol und Farnesol. Geraniol kommt z. B. in den ätherischen Ölen von Geranien, Rosen und Koriander vor. Farnesol ist ebenfalls Bestandteil des ätherischen Öls von Rosen sowie von Anis und Jasmin.
Vitamin-K2-Reinheit
Der hochwertigste Vitamin-K2-Rohstoff aus Fermentation erreicht eine hohe Reinheit von nahezu 100 % trans MK-7, doch bildet er dabei eine Ausnahme. Analysen populärer Vitamin-K2-Rohstoffe aus China, die mit genetisch veränderten Bakterien fermentativ hergestellt werden, ergaben Verunreinigungen von 88–90 %. Demnach sind nur 10–12 % der deklarierten Menge an trans-MK-7 enthalten. Der Rest besteht aus diversen unidentifizierten Chemikalien, bei denen eine gesundheitsschädliche Wirkung zudem nicht ausgeschlossen werden kann.
Die chemischen Verunreinigungen bei anderen K2-Rohstoffen entstehen durch günstige, jedoch minderwertige Herstellungsprozesse. Das Endprodukt kann zwar billiger verkauft werden, doch umgerechnet auf den Gehalt an trans-MK-7 ist der tatsächliche Preis deutlich höher als bei hochwertigen Rohstoffen. Der Kunde wird in Bezug auf den Gehalt an Vitamin K2 getäuscht. Darüber hinaus er wird dem Risiko unbekannter Chemikalien ausgesetzt.
Dieser hohe Grad an Verunreinigung betrifft natürlich nicht alle anderen Vitamin-K2-Rohstoffe, aber die Rohstoffe zweier großer chinesischer Hersteller, welche auch in Europa vielfach verkauft werden. Diese Rohstoffe können auch in Produkten „Made in Germany“ enthalten sein, denn die Aussage bedeutet oft nur: abgefüllt in Deutschland. Wichtiger sind die Herkunft und Qualität des verwendeten Wirkstoffs.
Vitamin K2 geringer Qualität enthält neben der biologisch aktiven trans-Form auch einen hohen Anteil an der biologisch inaktiven cis-Form. Bei Produkten, die nur Vitamin K2 MK-7 ausloben, ist der Anteil der zwei Formen ungewiss. Die ausgelobte Menge an Vitamin K2 MK-7 ist zwar enthalten, die erwünschte Wirkung bleibt möglicherweise jedoch aus. Immer wieder werden hochwertige Rohstoffe auch mit minderwertigen Rohstoffen gemischt, um den hochwertigen Rohstoff ausloben zu können.
In der EU dürfen Vitamin-K2-Produkte maximal 6 % Verunreinigungen mit cis-MK-7 haben sowie 2 % andere Verunreinigungen. Diese Werte werden von einigen großen Anbietern erheblich überschritten. Da Analysen auf trans-MK-7, der entscheidenden K2-Form, teuer sind, wird der Markt so gut wie gar nicht behördlich kontrolliert. Manche Labore können noch nicht einmal zwischen trans-MK-7 und Verunreinigungen unterscheiden.
Literatur:
- Booth SL (2012): Vitamin K: food composition and dietary intakes. Food Nutr Res; 56.
- Schurgers LJ, Teunissen KJ, Hamulyák K, Knapen MH, Vik H, Vermeer C (2007): Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood; 109(8): 3279-3283.