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Optimale Vitamin-D-Werte

Ein Vitamin-D-Mangel ist hierzulande weit verbreitet und betrifft alle Bevölkerungsschichten. Um einen Mangel feststellen zu können, wird der 25-OH-Vitamin-D-Spiegel im Serum bestimmt.[1]Gröber U, Spitz J, Holick MF, Wacker M, Kisters K (2013): Vitamin D: Update 2013: Von der Rachitis-Prophylaxe zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Deutsche Apotheker Zeitung; 153(15): 1518-1526.

Hinsichtlich der empfohlenen 25-OH-Vitamin-D-Serumwerte sind sich Ärzte und Wissenschaftler nicht ganz einig. Eine dänische Studie geht von einem optimalen Wert von 50-100 nmol/l (20-40 ng/ml) aus.[2]Durup D, Jørgensen HL, Christensen J, Tjønneland A, Olsen A, Halkjær J, Lind B, Heegaard AM, Schwarz P (2015): A Reverse J-Shaped Association Between Serum 25-Hydroxyvitamin D and Cardiovascular … Continue reading Gröber und Kollegen definieren die Werte genauer. Demnach liegt ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel bei einem Serumspiegel von unter 50 nmol/l (20 ng/ml) 25-OH-Vitamin D vor. Werte zwischen 50 und 75 nmol/l (20-30 ng/ml) bezeichnen einen mäßigen Mangel (Vitamin-D-Insuffizienz). Zur Vermeidung negativer gesundheitlicher Folgen sollten die Werte auf lange Sicht zwischen 75 und 150 nmol/l (30-60 ng/ml) liegen. Ideale Werte liegen im Bereich von 100-150 nmol/l (40-60 ng/ml).[3]Gröber U, Spitz J, Holick MF, Wacker M, Kisters K (2013): Vitamin D: Update 2013: Von der Rachitis-Prophylaxe zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Deutsche Apotheker Zeitung; 153(15): 1518-1526.

Diese Werte werden durch eine Studie bestätigt, die das Potential hat, uns Informationen zu unserem natürlichen und somit optimalen Vitamin-D-Status zu liefern. Sie wurde an traditionell lebenden Völkern in der Nähe des Äquators durchgeführt. Diese lassen das ganze Jahr über reichlich Sonnenlicht auf ihre Haut scheinen, was die Hauptquelle des Menschen für Vitamin D, die Eigenbildung in der Haut, antreibt. Die Menschen dieser Völker halten sich tagsüber hauptsächlich im Freien auf und tragen dabei nur wenig Kleidung, meiden jedoch die direkte Sonneneinstrahlung. Der Vitamin-D-Serumwert beider Völker betrug im Durchschnitt 115 nmol/l (46 ng/ml) – unabhängig von Geschlecht, Alter, BMI und Ernährung.[4]Luxwolda MF, Kuipers RS, Kema IP, Dijck-Brouwer DA, Muskiet FA (2012): Traditionally living populations in East Africa have a mean serum 25-hydroxyvitamin D concentration of 115 nmol/l. Br J Nutr; … Continue reading

Bei einem vorliegenden Vitamin-D-Mangel kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, neben dem 25-OH-Vitamin-D-Spiegel auch den 1,25-(OH)2-Vitamin-D-Spiegel zu bestimmen. Bei chronischen Entzündungen ist letzterer häufig erhöht. Chronische bakterielle Entzündungsprozesse, wie z. B. bei Lyme-Borreliose oder Chlamydien, können den VDR blockieren und auf diese Weise neben erniedrigten 25-OH-Vitamin-D-Spiegeln zu erhöhten 1,25-(OH)2-Vitamin-D-Spiegeln führen. In diesem Fall sollte mit einer entsprechenden Therapie die Entzündungsursache bekämpft werden. Häufig normalisieren sich anschließend auch die Vitamin-D-Serumwerte.[5]Mangin M, Sinha R, Fincher K (2014): Inflammation and vitamin D: the infection connection. Inflamm Res; 63(10): 803-819.

Vor allem bei Langzeitbehandlungen mit Arzneimitteln sollte der Vitamin-D-Spiegel beobachtet werden. Zahlreiche Medikamente – von denen noch nicht alle bekannt sind – können den Pregnan-X-Rezeptor aktivieren und darüber den Abbau von Vitamin D stimulieren (Aktivierung der 24-Hydroxylase). Daraus ergibt sich ein erhöhter Bedarf an Vitamin D.[6]Gröber U, Spitz J, Holick MF, Wacker M, Kisters K (2013): Vitamin D: Update 2013: Von der Rachitis-Prophylaxe zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Deutsche Apotheker Zeitung; 153(15): 1518-1526. Besonders auch unter Anti-Hormontherapie ist auf ausreichende Blutpegel zu achten.

Empfohlene Vitamin-D-Serumwerte

Da bei Werten von mehr als 150 nmol/l (60 ng/ml) eine Vitamin-D-Intoxikation erwartet werden kann und man seine Werte meist nicht ständig unter Kontrolle hat, empfehlen wir Serumwerte von 75-125 nmol/l bzw. 30-50 ng/ml.[7]Gröber U, Spitz J, Holick MF, Wacker M, Kisters K (2013): Vitamin D: Update 2013: Von der Rachitis-Prophylaxe zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Deutsche Apotheker Zeitung; 153(15): 1518-1526. 

Speziell für Personen höheren Alters hat die American Geriatrics Society eine Empfehlung herausgegeben. Um Vitamin-D-Serumwerte von ≥ 75 nmol/l (≥ 30 ng/ml) zu erzielen sollten Personen ab 70 Jahren täglich 4000 I.E. Vitamin D supplementieren. Die Gesellschaft bezieht sich hierfür auf Studien, in denen diese Serumwerte nachweislich das Risiko für Stürze und Knochenbrüche in dieser Personengruppe senkten.[8]American Geriatrics Society Workgroup on Vitamin D Supplementation for Older Adults (2014): Recommendations abstracted from the American Geriatrics Society Consensus Statement on vitamin D for … Continue reading  Auch die International Osteoporosis Foundation (IOF) empfiehlt für ältere Personen Vitamin-D-Serumwerte von mindestens 75 nmol/l (30 ng/ml).[9]Dawson-Hughes B, Mithal A, Bonjour JP, Boonen S, Burckhardt P, Fuleihan GE, Josse RG, Lips P, Morales-Torres J, Yoshimura N (2010): IOF position statement: vitamin D recommendations for older adults. … Continue reading

Die Empfehlungen verschiedener Organisationen und Gesellschaften (Deutsche, Österreichische und Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, Institute of Medicine, International Osteoporosis Foundation und weitere Osteoporose-Gesellschaften), kombiniert mit Erkenntnissen bezüglich der Reduktion von Stürzen und Knochenbrüchen ergibt die folgende Einordnung der Vitamin-D-Serumwerte.[10]Dawson-Hughes B, Mithal A, Bonjour JP, Boonen S, Burckhardt P, Fuleihan GE, Josse RG, Lips P, Morales-Torres J, Yoshimura N (2010): IOF position statement: vitamin D recommendations for older adults. … Continue reading[11]DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) (Hrsg.) (2011): Stellungnahme: Vitamin D und Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten. URL: … Continue reading[12]DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) (2016): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/ (09.02.2016).[13]Ross AC, Manson JE, Abrams SA, Aloia JF, Brannon PM, Clinton SK, Durazo-Arvizu RA, Gallagher JC, Gallo RL, Jones G, Kovacs CS, Mayne ST, Rosen CJ, Shapses SA (2011): The 2011 report on dietary … Continue reading

Vitamin-D-Status

nmol/l

ng/ml

Optimal

75-125

30-50

Ausreichend

50-75

20-30

Insuffizient

30-50

12-20

Defizient

< 30

< 12

Quellenverzeichnis

Quellenverzeichnis
1, 3, 6, 7Gröber U, Spitz J, Holick MF, Wacker M, Kisters K (2013): Vitamin D: Update 2013: Von der Rachitis-Prophylaxe zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Deutsche Apotheker Zeitung; 153(15): 1518-1526.
2Durup D, Jørgensen HL, Christensen J, Tjønneland A, Olsen A, Halkjær J, Lind B, Heegaard AM, Schwarz P (2015): A Reverse J-Shaped Association Between Serum 25-Hydroxyvitamin D and Cardiovascular Disease Mortality: The CopD Study. J Clin Endocrinol Metab; 100(6): 2339-2346.
4Luxwolda MF, Kuipers RS, Kema IP, Dijck-Brouwer DA, Muskiet FA (2012): Traditionally living populations in East Africa have a mean serum 25-hydroxyvitamin D concentration of 115 nmol/l. Br J Nutr; 108(9): 1557-1561.
5Mangin M, Sinha R, Fincher K (2014): Inflammation and vitamin D: the infection connection. Inflamm Res; 63(10): 803-819.
8American Geriatrics Society Workgroup on Vitamin D Supplementation for Older Adults (2014): Recommendations abstracted from the American Geriatrics Society Consensus Statement on vitamin D for Prevention of Falls and Their Consequences. J Am Geriatr Soc; 62(1): 147-152.
9, 10Dawson-Hughes B, Mithal A, Bonjour JP, Boonen S, Burckhardt P, Fuleihan GE, Josse RG, Lips P, Morales-Torres J, Yoshimura N (2010): IOF position statement: vitamin D recommendations for older adults. Osteoporos Int; 21(7): 1151-1154.
11DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) (Hrsg.) (2011): Stellungnahme: Vitamin D und Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten. URL: https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/DGE-Stellungnahme-VitD-111220.pdf (27.01.2017).
12DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) (2016): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/ (09.02.2016).
13Ross AC, Manson JE, Abrams SA, Aloia JF, Brannon PM, Clinton SK, Durazo-Arvizu RA, Gallagher JC, Gallo RL, Jones G, Kovacs CS, Mayne ST, Rosen CJ, Shapses SA (2011): The 2011 report on dietary reference intakes for calcium and vitamin D from the Institute of Medicine: what clinicians need to know. J Clin Endocrinol Metab; 96(1): 53-58.

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