Share on email
Share on linkedin
Share on xing
Share on twitter

Vitamin-K-Formen

Die natürlicherweise vorkommenden Formen von Vitamin K sind Phyllochinon (Vitamin K1) und die Gruppe der Menachinone (Vitamin K2). Bei den Menachinonen handelt es sich um eine Gruppe verschiedener Vitamin-K2-Formen, die sich bezüglich der Länge ihrer Seitenkette voneinander unterscheiden. Die unterschiedlichen Formen werden dabei anhand der Länge ihrer Seitenketten (Anzahl der Isoprenoid-Einheiten) benannt (Menachinon 4 bis 13 bzw. MK-4 bis MK-13).[1]Booth SL (2012): Vitamin K: food composition and dietary intakes. Food Nutr Res; 56. Die Länge der Seitenkette beeinflusst die Bioverfügbarkeit, den Transport im Blut und die Gewebeverteilung der unterschiedlichen Vitamin-K-Formen im Körper.

Die Aufnahme von Vitamin K erfolgt im Dünndarm, indem es zusammen mit Gallensalzen und den Nahrungsfetten in Mizellen verpackt und in die Enterozyten aufgenommen wird.[2]Shearer MJ, Fu X, Booth SL (2012): Vitamin K nutrition, metabolism, and requirements: current concepts and future research. Adv Nutr; 3(2): 182-195. Bereits hier gibt es Unterschiede in der Bioverfügbarkeit der unterschiedlichen Formen von Vitamin K: Phyllochinon wird aus Supplementen besser aufgenommen als aus Lebensmitteln, wobei es aber auch zwischen den einzelnen Lebensmitteln Unterschiede gibt. Auch MK-4 wird nur sehr spärlich im Darm aufgenommen, wohingegen MK-7 eine gute Bioverfügbarkeit aufweist. Die Kombination der jeweiligen Mahlzeit mit Fett wirkt sich dabei förderlich auf die Absorption aus.

In den Darmzellen wird das Vitamin K schließlich zusammen mit den Triglyzeriden in die Chylomikronen eingebaut und an die Lymphe abgegeben. Alle Formen von Vitamin K gelangen – in die Chylomikronen eingebaut – über die Lymphe zum Ductus thoracicus und von dort in den Blutkreislauf und die Leber.[3]Shearer MJ, Fu X, Booth SL (2012): Vitamin K nutrition, metabolism, and requirements: current concepts and future research. Adv Nutr; 3(2): 182-195.

Die unterschiedlichen Aufgaben, die von den verschiedenen Vitamin-K-Formen wahrgenommen werden, resultieren vermutlich aus der Verteilung auf die Zielgewebe. Die Aufnahme in die Zielgewebe ist wiederum abhängig davon, durch welche Lipoproteine der Transport im Blut erfolgt. Verschiedene Gewebe besitzen verschiedene Rezeptoren an den Zelloberflächen, während Lipoproteine verschiedene Apolipoproteine besitzen, die zum Teil als Liganden für die zelluläre Aufnahme dienen.

In der Lymphe und im Blut auf dem Weg zur Leber sind zunächst alle Vitamin-K-Formen an Triglyzerid-reiche Lipoproteine (TGLP) gebunden.[4]Beulens JW, Booth SL, van den Heuvel EG, Stoecklin E, Baka A, Vermeer C (2013): The role of menaquinones (vitamin K₂) in human health. Br J Nutr; 110(8): 1357-1368. Bei Phyllochinon bleibt diese Bindung überwiegend erhalten, und nur ein geringer Anteil geht auf HDL und LDL über. MK-4 hingegen geht von den TGLP zunächst auf LDL und schließlich auf HDL über. MK-9 wiederum ist überwiegend in LDL-Partikeln zu finden, was vermutlich auch bei MK-7 der Fall ist. Leider ist die Studienlage, was die Verteilung der Menachinone betrifft, aber noch nicht so gut wie bei Phyllochinon[5]Shearer MJ, Fu X, Booth SL (2012): Vitamin K nutrition, metabolism, and requirements: current concepts and future research. Adv Nutr; 3(2): 182-195.

In der Leber wird bereits ein Großteil an Phyllochinon für die Blutgerinnung verbraucht, wodurch für alle anderen Gewebe (u.a. für Funktionen im Herz-Kreislauf-System und im Knochenstoffwechsel) nur noch wenig übrig bleibt. Dies erklärt – zusätzlich zur geringen Halbwertszeit des Vitamin K1 (1-2 Stunden[6]Schurgers LJ, Teunissen KJ, Hamulyák K, Knapen MH, Vik H, Vermeer C (2007b): Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood; … Continue reading) – , warum Phyllochinon keine oder nur eine sehr geringe Wirkung auf die Gesundheit von Herz und Knochen hat. Es gelangen schlichtweg keine ausreichenden Mengen bis zu diesen Zielgeweben.

Anders Vitamin K2, insbesondere MK-7: Diese Form von Vitamin K2 hat eine außergewöhnlich hohe Bioverfügbarkeit und wird vom Körper optimal aufgenommen. Es weist zudem mit etwa 3 Tagen eine viel längere Halbwertszeit auf[7]Schurgers LJ, Teunissen KJ, Hamulyák K, Knapen MH, Vik H, Vermeer C (2007b): Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood; … Continue reading, so dass es auch für extrahepatische Funktionen verwendet werden kann.

Wissenschaftler der Universität von Maastricht beschäftigen sich seit mehr als 30 Jahren mit der Erforschung von Vitamin K. Sie haben die Bioverfügbarkeit und Bioaktivität von Vitamin K1 sowie Vitamin K2 als MK-4 und MK-7 getestet. Das Ergebnis: Menachinon-7 ist die wirksamste Form von Vitamin K und bezüglich Aufnahme und Wirkungsdauer den anderen Vitamin-K-Formen weit überlegen.[8]Schurgers LJ, Teunissen KJ, Hamulyák K, Knapen MH, Vik H, Vermeer C (2007b): Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood; … Continue reading[9]Sato T, Schurgers LJ, Uenishi K (2012): Comparison of menaquinone-4 and menaquinone-7 bioavailability in healthy women. Nutr J; 11: 93.

Quellenverzeichnis

1Booth SL (2012): Vitamin K: food composition and dietary intakes. Food Nutr Res; 56.
2, 3, 5Shearer MJ, Fu X, Booth SL (2012): Vitamin K nutrition, metabolism, and requirements: current concepts and future research. Adv Nutr; 3(2): 182-195.
4Beulens JW, Booth SL, van den Heuvel EG, Stoecklin E, Baka A, Vermeer C (2013): The role of menaquinones (vitamin K₂) in human health. Br J Nutr; 110(8): 1357-1368.
6Schurgers LJ, Teunissen KJ, Hamulyák K, Knapen MH, Vik H, Vermeer C (2007b): Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood; 109(8): 3279-3283.
7, 8Schurgers LJ, Teunissen KJ, Hamulyák K, Knapen MH, Vik H, Vermeer C (2007b): Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood; 109(8): 3279-3283.
9Sato T, Schurgers LJ, Uenishi K (2012): Comparison of menaquinone-4 and menaquinone-7 bioavailability in healthy women. Nutr J; 11: 93.

Zum Kongress anmelden

Natürlich gesund – Verband für Ganzheitliche Gesundheitsberatung e. V. benötigt Ihre Kontaktinformationen, die Sie uns zur Verfügung stellen, um Sie per E-Mail kontaktieren zu können. Sie können sich jederzeit von diesen Benachrichtigungen abmelden. Informationen zum Abbestellen sowie unsere Datenschutzpraktiken und unsere Verpflichtung zum Schutz Ihrer Privatsphäre finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Weitere Artikel

Mineralstoffe für starke Knochen

Der Knochenstoffwechsel benötigt nicht nur die Vitamine D und K und Calcium, sondern ist deutlich komplexer. Knochen unterliegen diversen Auf- und Abbauprozessen, an denen zahlreiche

Teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on google

Weitere Artikel