Share on email
Share on linkedin
Share on xing
Share on twitter

Nahrungsergänzung und Dosierung

Aufgrund der immer größeren Bedeutung von MK-7 enthalten Nahrungsergänzungsmittel immer häufiger diese Form von Vitamin K2. Hierbei ist wichtig, dass die Isoprenoid-Seitenkette in trans-Form vorliegt, da nur diese Form vollständig aktiv ist.

Isoliertes MK-7 kann entweder durch bakterielle Fermentation oder durch organische Synthese gewonnen werden. Nachteil der bakteriellen Fermentation ist die zusätzliche Bildung von MK-7 in cis-Form sowie anderer Menachinon-Formen. Bei der organischen Synthese von MK-7 aus pflanzlichen Rohstoffen wird die cis-Form nicht gebildet und nur sehr geringe Mengen anderer Menachinon-Formen.

Die geringe Bioverfügbarkeit des fettlöslichen Vitamin K kann deutlich verbessert werden, wenn es in Form eines Nahrungsergänzungsmittels auf Ölbasis eingenommen wird. Wird es in Form von Tabletten aufgenom­men, sollte das Vitamin K in mikroverkapselter Form vorliegen, um die Stabilität des Vitamins zu gewähr­leisten.

Vitamin-K-Zufuhrempfehlungen

Für die Zufuhr an Vitamin K gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) lediglich „Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr“ an. Diese liegen für Erwachsene in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht zwischen 60 und 80 µg Vitamin K pro Tag .[1]DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) (2015): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-k/ (27.07.2015).

Auch das Food and Nutrition Board (FNB) der USA gibt keine konkreten Empfehlungen für die Tageszufuhr an Vitamin K, sondern lediglich eine Empfehlung über die angemessene Zufuhr (adequate intake). Diese liegt für Frauen bei 90 µg/Tag und für Männer bei 120 µg/Tag.[2]Booth SL (2012): Vitamin K: food composition and dietary intakes. Food Nutr Res; 56.

Für diese Werte wurden die Dosen an Vitamin K zugrunde gelegt, die für die Vorbeugung von Blutungen benötigt werden. Allerdings ist die Carboxylierung der Blutgerinnungsfaktoren die erste Funktion, die Vitamin K im Körper erfüllt – noch vor der Carboxylierung von Osteocalcin oder des Matrix-Gla-Proteins –, da diese Funktion unmittelbar für das Überleben wichtig ist. Um auch für die weiteren Funktionen ausreichend Vitamin K zur Verfügung zu haben, benötigt der Körper daher vermutlich auch größere Mengen an Vitamin K.[3]Vermeer C (2012): Vitamin K: the effect on health beyond coagulation – an overview. Food Nutr Res; 56: 5329.

Die Fachgesellschaften unterscheiden bei ihren Empfehlungen nicht zwischen den verschiedenen Formen von Vitamin K. Vitamin K1 hat eine geringe Halbwertszeit und wird zum Großteil in der Leber für die Blut­ge­rinnung verbraucht. Aufgrund der außergewöhnlich hohen Bioverfügbarkeit und langen Halbwerts­zeit ist die Supplementierung in Form von Vitamin K2 als Menachinon-7 (MK-7) ratsam.[4]Schurgers LJ, Teunissen KJ, Hamulyák K, Knapen MH, Vik H, Vermeer C (2007b): Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood; … Continue reading So steht auch für die Carboxylierung der Zielproteine außerhalb der Leber ausreichend Vitamin K zur Ver­fü­gung.

Dosierung bei Vitamin-K-Supplementierung

Präventiv ist die tägliche Supplementierung von 0,5-1 µg Vitamin K2 pro Kilogramm (kg) Körpergewicht (KG) empfehlenswert. Bei bereits bestehender Osteoporose oder anderen auf einen Vitamin-K-Mangel zurückführbaren Erkrankungen sollten täglich besser 2-4 µg Vitamin K2 / kg KG ergänzt werden.[5]Gröber U, Reichrath J, Holick MF, Kisters K (2015b): Vitamin K: an old vitamin in a new perspective. Dermatoendocrinol; 6(1): e968490.

Bei der Einnahme von mehr als 4000 I.E. Vitamin D3 am Tag (z. B. zur Aufdosierung) sollten je 800 I.E. Vitamin D3 etwa 20 µg Vitamin K2 MK-7 ergänzt werden. Bei 5600 I.E. Vitamin D3 wären dies 140 µg Vitamin K2 pro Tag.

Das empfohlene Verhältnis bei höheren Vitamin-D-Dosierungen beträgt damit in der Prävention etwa 1:1. Bei besonderen Risikofaktoren (Osteoporose, Koronare Herzkrankheit, chronische Nierenerkrankungen, Entzündungs- und Kalzifizierungsprozesse jeder Art) sollte die Zufuhr von Vitamin K2 als MK-7 verdoppelt werden (Vitamin D im Verhältnis zu K2 1:2).

Besonders Nierenkranke haben oft eine latente metabolische Azidose und entwickeln frühzeitig ausgeprägte Kalzifizierungen in den Nieren und Gefäßen. Bei ihnen ist die Kombination von Vitamin D mit höherdosiertem K2 besonders wichtig. Auch ist hier bei der täglichen Dosierung bzw. beim Auffüllen eines Vitamin-D-Mangels größere Vorsicht geboten.

Quellenverzeichnis

1DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.) (2015): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-k/ (27.07.2015).
2Booth SL (2012): Vitamin K: food composition and dietary intakes. Food Nutr Res; 56.
3Vermeer C (2012): Vitamin K: the effect on health beyond coagulation – an overview. Food Nutr Res; 56: 5329.
4Schurgers LJ, Teunissen KJ, Hamulyák K, Knapen MH, Vik H, Vermeer C (2007b): Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood; 109(8): 3279-3283.
5Gröber U, Reichrath J, Holick MF, Kisters K (2015b): Vitamin K: an old vitamin in a new perspective. Dermatoendocrinol; 6(1): e968490.

Zum Kongress anmelden

Natürlich gesund – Verband für Ganzheitliche Gesundheitsberatung e. V. benötigt Ihre Kontaktinformationen, die Sie uns zur Verfügung stellen, um Sie per E-Mail kontaktieren zu können. Sie können sich jederzeit von diesen Benachrichtigungen abmelden. Informationen zum Abbestellen sowie unsere Datenschutzpraktiken und unsere Verpflichtung zum Schutz Ihrer Privatsphäre finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Weitere Artikel

Mineralstoffe für starke Knochen

Der Knochenstoffwechsel benötigt nicht nur die Vitamine D und K und Calcium, sondern ist deutlich komplexer. Knochen unterliegen diversen Auf- und Abbauprozessen, an denen zahlreiche

Vitamin A gegen Atemwegsinfektionen

Vitamin A ist bekannt für seine Bedeutung für das Sehvermögen, das Vitamin spielt jedoch auch eine sehr wichtige Rolle bei viralen Erkrankungen. Ein Vitamin-A-Mangel zeigt

Teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on google

Weitere Artikel